Ein Blick bei De Wassum:
Lämmer, Naturschutz und Wolle mit einer Geschichte
Der Frühling liegt in der Luft. Die Obstbäume stehen in voller Blüte, die Vögel zwitschern und auf der Weide springen Lämmer durch das Gras. Bei De Wassum, einer Organisation, die seit 1988 Schafherden für das Naturmanagement in Nord- und Mittel-Limburg einsetzt, ist der Frühling eine arbeitsreiche, aber besondere Zeit.
Ein Stall voller neues Leben
An einem leicht bewölkten Frühlingstag betrete ich den Hof der Beatrixhoeve, einem der Standorte von De Wassum. Drinnen im Stall herrscht reges Treiben: In diesem Frühjahr werden hier etwa 800 Lämmer geboren. Die ersten tollen bereits draußen auf der Weide herum, während die Zwillingslämmer noch eine Weile im Stall bleiben.
Während ein Schaf an meiner Jacke knabbert, schaue ich in den Stallbereich mit den neugeborenen Lämmern. Im Stroh springen die jüngsten fröhlich herum – einige sind erst einen Tag alt. Sie wackeln auf ihren Beinen und springen hintereinander her, während ihre Mütter sich an frischem Heu bedienen.
Schafe als natürliche Rasenmäher
Was diese Schafe besonders macht: Sie sind unverzichtbar für das Management der Limburgischen Natur. De Wassum setzt ihre Herden unter anderem im Nationalpark De Meinweg und auf der Beegderheide ein. Dort sorgen sie dafür, dass Graslandschaften offen bleiben, Sträucher nicht alles überwuchern und seltene Pflanzen genügend Raum zum Wachsen haben. Mit ihren Hufen lockern sie den Boden gerade genug auf, damit neue Samen keimen können.

Vom Schaf zum Schal
De Wassum hat etwa 1500 Schafe, die jedes Frühjahr geschoren werden. Die weiche, warme Wolle wird sorgfältig sortiert. Das beste Material geht in das eigene Atelier auf dem Hof. Unter dem Namen „Farm to Knit“ entstehen dort mit viel handwerklichem Können wunderschöne Produkte. Pullover, Schals, Mützen – jedes Stück ist einzigartig und erzählt seine eigene Geschichte.
Was diesen Prozess noch besonderer macht: De Wassum züchtet mit eigenen Widdern, die sorgfältig nach der Qualität ihrer Wolle ausgewählt werden. So arbeiten sie ständig daran, ihre Herde und ihre Produkte zu verbessern.
Und was nicht für Kleidung geeignet ist? Das wird natürlich nicht weggeworfen. Die weniger feine Wolle bekommt ein zweites Leben als Bodenabdeckung in Food Forests. So wird wirklich alles genutzt.

„Lemkes kieke“
Einer der Höhepunkte im Frühling ist der Lämmerschautag am Ostermontag, den 6. April, und am Sonntag, den 12. April. Von 10 bis 15 Uhr öffnen sich die Stalltüren für Besucher und auf dem Hof herrscht reges Treiben. Sie können die Lämmer aus nächster Nähe bewundern, streicheln und knuddeln. Außerdem gibt es die Möglichkeit, eine Runde auf einem Pferd zu reiten, und Sie können einen Blick in das Wollatelier werfen, wo Handwerk und Kreativität zusammenkommen. Der Schäfer erzählt mit Begeisterung über seine Arbeit und über die Rolle der Schafe im Naturmanagement. Ein lehrreicher und zugleich gemütlicher Tag für die ganze Familie.
Ein Frühlingserlebnis, das man nicht verpassen sollte
Lämmer, die im Stroh herumtollen, leises Blöken im Hintergrund und der Duft von frischem Heu in der Luft – ein Besuch bei De Wassum ist eine kleine Flucht ins echte Landleben. Man muss kein Schafliebhaber sein, um hier mit einem Lächeln über den Hof zu laufen. Möchten Sie es selbst erleben? Dann kommen Sie während der Lämmerschautage vorbei oder behalten Sie ihre Aktivitäten im Blick.
Von: Fleur
